Videomarketing bedeutet nicht unbedingt Werbefilm

22. July 2010

Wer Videomarketing betreibt, muss dazu nicht zwingend Werbefilme drehen. Die Bandbreite der Videos ist weitaus größer.

Videos arbeiten auch hervorragend für den Support. Das bedeutet: Sie zeigen im Video, wie ein Produkt funktioniert, wie man es am besten benutzt und wie man eventuelle Fehler behebt.

Das sind schon wieder eine ganze Menge Arten von Videos. Der Reihe nach:

Produktdemo: Ein Video zeigt, wie Ihr Produkt funktioniert. Der Zuschauer und potentieller Kunde kann damit das Produkt deutlich besser beurteilen und er sieht gleich die praktische Anwendung. Zeigen Sie ruhig, wie jemand mit dem Produkt arbeitet. Nur auf den Drehteller legen und zweimal rotieren lassen ist zu wenig.

Der Aufwand für so ein Video hängt vom Produkt ab – die unten gezeigten Taschen und andere kleinere Gegenstände lassen sich ohne großen Aufwand verfilmen. Tageslicht, Kamera, Stativ und Mikro genügen.

Ein einfaches Produktdemo, das zeigt, wie man mit einem Produkt umgeht.

Tipps zum Produkt: Im Grunde eine Fortsetzung der Demo. Die Tipps richten sich einerseits an Kunden, die das Produkt bereits gekauft haben. Es unterstützt sie bei der Bedienung und zeigt neue, vielleicht noch unbekannte Ansätze, das Produkt zu nutzen.

Für potenzielle Kunden sind solche Videos ebenfalls von Nutzen – vielleicht entdecken sie genau hier genau den Einsatzzweck, für den Sie Ihr Produkt brauchen.

Ein kurzer Tipp zu einer Digitalkamera.

Fehlerbehebung und Wartung: Ideal, um Kunden zu unterstützen. Mit Hilfe von Videos zeigen Sie typische Probleme und wie die sich beheben lassen. Außerdem können Sie wichtige Wartungsarbeiten darstellen und Pflegetipps geben.

Ein gut gemachtes Video bringt die Probleme und Lösungen schneller auf den Punkt als jede gedruckte Anleitung.

All diese Videoformen haben mit Werbefilmen wenig zu tun. Dennoch werben Sie für Ihr Produkt und Ihr Unternehmen.

(Die ersten beiden hier gezeigten Videos wurden von mir gedreht, um sie auf Goldmann.de und Tippscout.de zu zeigen. Sie sind also unabhängig von den Herstellern der Produkte entstanden.)


Arbeitszeit ist Videozeit

15. July 2010

Online-Video wird am häufigsten während der Arbeitszeit abgerufen, meldet das Blog NewTeeVee und bezieht sich dabei auf eine Auswertung des Video-Dienstleisters Tubemogul.

Auch wenn eine steigende Anzahl Zuschauer die alte TV-Primetime zwischen 20 und 23 Uhr zum Ansehen von Online-Video nutze, kämen die meisten Zuschauer während der Arbeitszeit. Besonders kurz vor Feierabend, zwischen 16 und 17 Uhr werden Videos fleißig abgerufen. Sechs Prozent der täglich abgerufenen Videos fallen auf diesen Zeitraum.

Tubemogul hat für die Studie rund 600 Millionen Videostreams unterschiedlicher Quellen untersucht. Ob sich die Zahlen 1:1 auf Deutschland übertragen lassen, kann ich nicht bewerten.


Youtube zahlt für Videos – bei manchen Partnern

12. July 2010

Youtube möchte einige seiner Partner unterstützen, also Produzenten von Video-Inhalten. Dafür hat die Videoplattform einen Fonds von 5 Millionen Dollar aufgesetzt.

Der Topf soll Youtube-Partnern helfen, die zwar herausragende Videos produzieren, selbst aber über nur geringe Budgets verfügen.

Youtube wird diese Partner selbst auswählen – abhängig von Faktoren wie der Anzahl der Zuschauer, der Abonnenten oder der Qualität der Videos. Diese Partner können dann einen Vorschlag für eine Finanzierung einreichen, über den Youtube dann entscheidet.


Online-Video selbst machen: Günstige Kamera reicht

12. July 2010

Für das Produzieren von Online-Videos reicht eine Kamera für unter 1.000 Euro in der Regel aus. Größere und teurere Digitale Camcorder bieten zwar oft eine etwas bessere Optik, jedoch kommt die beim Einsatz im Web oft nicht so zur Geltung.

Welche Ausstattung sollte die Kamera mitbringen?

Beim Kauf der Kamera sollten Sie auf ein paar Features achten, die die Kamera auf jeden Fall braucht.

Manueller Weißabgleich

Der Manuelle Weißabgleich hilft Ihnen dabei, einen Farbstich im Video zu vermeiden. Zwar arbeitet der automatische Weißabgleich in der Regel zuverlässig. Doch bei gemischten Lichtverhältnissen entscheidet er manchmal falsch.

Für den manuellen Weißabgleich brauchen Sie neben der entsprechenden Funktion der Kamera lediglich ein weißes Blatt Papier oder eine Graukarte. Die halten Sie vor die Kamera und starten den Weißabgleich.

Mikrofoneingang

Guter Ton ist in einem Video ungemein wichtig: Scheppernder, hallender Ton, aufgenommen über das Kameramikrofon wirkt unprofessionell, schlimmstenfalls ist er unverständlich.

Deshalb braucht die Kamera unbedingt einen Anschluss für ein externes Mikrofon. Daran schließen Sie wahlweise ein Handmikro an oder ein Lavaliermikrofon – das sind die kleinen Ansteckmikros für das Revers.

Stativgewinde

Achten Sie auch darauf, dass die Kamera ein Stativgewinde hat. Nur mit einem Stativ können Sie wackelfreie Videos drehen.

Manuelle Schärfeeinstellung

Die automatische Einstellung der Schärfe bei Kameras ist nicht unfehlbar. Beispiel: Zwei Interviewpartner rechts und links im Bild unterhalten sich, die Kameraautomatik stellt auf den Hintergrund scharf. So etwas lässt sich mit manueller Fokussierung verhindern.

Für extreme Schärfentiefe sind andere Kameras notwendig

Ausnahmen gelten, falls Sie sehr auf optische Effekte setzen, beispielsweise eine extrem geringe Schärfentiefe. Dieses häufig im Kino und gerne auch in Werbefilmen eingesetzte Stilmittel erfordert erstens Objektive mit möglichst großer Brennweite und zweitens möglichst großflächige Bildsensoren in der Kamera.

Aktuell werden solche Videos häufig mit Spiegelreflexkameras wie der Canon EOS 5D oder der günstigeren Canon EOS 500D produziert. Ein Vergleich der Schärfentiefe zwischen der Canon XH-A1 zur 5D Mark II gibt es bei Vimeo.


Faktoren für ein gutes Youtube-Video

23. June 2010

Was macht ein gutes Youtube-Video aus? Vorweg eins: Das Patentrezept für das erfolgreiche, virale, die Massen an sich bindende Video ist mir nicht bekannt.

Folgende Faktoren sollten Sie beim Dreh eines Videos für Youtube beachten

Ein Online-Video ist kein Werbespot, der in der Pause eines TV-Films läuft. Der Zuschauer sitzt nicht entspannt im Sessel und lässt sich berieseln (“Lean Back”). Der Youtube-Zuschauer ist aktiv an seinem Gerät – sei es der Computer oder ein mobiles Gerät, etwa das iPad oder iPhone.

Also müssen Sie den Zuschauer fesseln, bevor er zum nächsten Video springt.

Meine Vorschläge:

  • Setzen Sie für das komplette Video 30, vielleicht 45 Sekunden an. Danach schwindet die Aufmerksamkeit der Zuschauer.
  • Achten sie darauf, dass die Kernbotschaft schon nach den ersten 15 Sekunden rüberkommt. So erreichen Sie auch die Zuschauer, die schnell wieder weiterschalten.
  • Verzichten Sie auf lange Vorspänne. Drei bis fünf Sekunden reichen, um ein Logo und den Titel des Films einzublenden. Alternativ blenden Sie den Titel über dem bereits beginnenden Video ein – zum Beispiel als Bauchbinde.
  • Liefern Sie dem Zuschauer einen Mehrwert. Nützliche Informationen, Sonderangebote.
  • Unterhalten sie den Zuschauer – oder anders herum: Langweilen Sie den Zuschauer nicht. Schnelle Schnitte, nützliche Informationen sind gut. Lange, eintönige Monologe sind schlecht.
  • Menschen langweilen – außer sie streiten sich. Wenn Sie sich selbst zeigen möchten, dann bleiben Sie maximal 20 Sekunden im Bild. Dann sollte mehr zu sehen sein – zum Beispiel Ihr Produkt in Aktion.
  • Erzählen sie eine Geschichte.
  • Binden Sie die Zuschauer mit ein, sorgen Sie für Resonanz – etwa mit einem speziellen Angebot, das Sie nur im Video unterbreiten. Fordern Sie die Zuschauer zu Kommentaren auf.
  • Nutzen Sie die Anmerkungen in Youtube, um auf weitere Videos zu verlinken.

War das schon alles? Sicher nicht. Welche Punkte halten Sie noch für wichtig für ein gutes Youtube-Video?

P.S.: Ganz wichtig noch: Nehmen sie sich Zeit und lernen sie. Nutzen Sie die Auswertungsfunktionen von Youtube, um zu erfahren, welche Videos gut ankommen. Manchmal sind dicke Überraschungen dabei und zeigen Ihnen, wo es mit Ihren Videos lang gehen kann.