“Ich möchte ein Imagevideo”. In diesem Satz stecken mehr Rätsel, als man sich zunächst vorstellt. Denn was genau versteht man unter einem Imagevideo oder einem Imagefilm?
Die erste Annahme: Ein Imagevideo soll ein Bild meines Unternehmens zeichnen. Hier sind sich die meisten Videoproduzenten noch einig. Doch dann teilen sich die Meinungen.
Als ich vor ein paar Wochen auf einem Seminar zum Thema Videomarketing und Videoproduktion gesprochen habe, fiel das Wort “Imagevideo”. Ich habe den Begriff im Zusammenhang mit Vorstellungsvideos im Web gebraucht – und sofort Widerspruch von einem gelernten Kameramann geerntet.
Ein Imagevideo sei keinesfalls ein schnell gedrehtes Filmchen, in dem ein Geschäftsführer seine Firma vorstellt und in dem man “eben mal schnell ein paar Aufnahmen in den Produktionsräumen schießt”.
Seiner Ansicht nach sind Imagefilme aufwändig produziert und arbeiten stark auf einer emotionalen Ebene. Sie sollen eben ein Image transportieren, Emotionen.
Meine Vorstellung von einem Imagefilm war bislang aber eher ein sachlicher Ansatz. Im Internet muss ein Video informieren und zwar schnell.
Aus beiden Ansichten entspann sich eine spannende Diskussion. Wer aus dem TV kommt, sieht den Begriff “Imagevideo” oder “Imagefilm” offenbar anders als ein Videoproduzent, der bislang ausschließlich für das Internet publiziert hat.
Imagevideo – ein Begriff, mehrere Definitionen
Eine Suche nach “Imagefilm” bei Wikipedia löst den Deutungskonflikt auch nicht so richtig:
Ein Imagefilm hat üblicherweise eine Spiellänge von nicht mehr als 10 Minuten. Die werbende Absicht rückt ihn in die Nähe des (kürzeren) Werbespots, das Portraithafte verbindet ihn mit journalistischen Filmbeiträgen und Dokumentarfilmen, von denen ihn wiederum die werbende Absicht unterscheidet.
Die Längenangabe kann man aus Sicht des Internet erst einmal knicken. Drei Minuten sind das Maximum, das ich für Filme im Netz empfehle – je kürzer desto besser.
Die Definition lässt genau die zwei Interpretationen zu, die wir auch in der Diskussion angeführt hatten. Ein Imagevideo kann beides sein: werblich oder informativ, emotional oder sachlich oder eine Mischung daraus.
Wichtig ist für Anbieter wie für Kunden von Videoproduktionen: Seien Sie sich im klaren darüber, dass die Begriffe “Imagevideo” und “Imagefilm” unterschiedlich gedeutet werden können. Deshalb ist wichtig, gleich zu Anfang die Bedürfnisse zu klären. Was will der Kunde – eher ein sachliches Video oder ein emotionales.