Videomarketing-Konferenz: Dramaturgie in Online-Video

Der zweite Vortrag der Videomarketing-Konferenz in Fürth kam von Peter Ponnath. Er ist Geschäftsführer der Fürther Telefilm GmbH.

Sein Thema war die Dramaturgie von Filmen im Allgemein. Der Grundgedanke: Menschen wollen Geschichten hören. Deshalb gilt es, in jedem Video auch eine Geschichte zu erzählen.

Wichtig sind folgende Regeln:
- drehen Sie, was der Zuschauer sehen will, nicht, was Sie sehen wollen
- ein Video soll Emotionen auslösen, indem es eine Geschichte erzählt
- es reicht nicht, einfach nur eine Ausstattungsliste vorzulesen

Am einfachsten ist es, der Aristotelischen Heldenreise zu folgen: Held zieht aus, besteht Abenteuer, kommt heim – alle feiern, alle werden belohnt. Mir kommt da spontan Asterix in den Sinn. Aber das ist eine andere Geschichte.

Marmeladenglas-Deckel als Held

Die Suche nach dem Helden einer Geschichte ist relativ einfach – wenn man sich davon trennt, dass Helden immer menschlich sind. Ponnath nannte als Beispiel Bleckdeckel für Marmeladengläser.

Natürlich könnte hier der Entwickler des Deckelverfahrens der Held sein. Genauso aber kann der Deckel selbst durch die Geschichte führen, nämlich durch den Produktionsablauf vom Rohling bis zum fertigen Deckel.

Bilder erzählen Geschichten

Für mich ein wichtiger Satz bei der Planung und Realisierung von Videos: “Bilder erzählen Geschichten”. Nicht der Text trägt das Video, sondern die Bilder. Zuerst müssen also die Bilder stimmen, der Text ist nur “Beiwerk”, der am Schluss geschrieben wird.

Für mich als ehemaligen Print-Journalisten ist das natürlich hart. Bei uns standen Text und Information im Vordergrund. Jetzt plötzlich Emotion und Text als Beiwerk? Schwierig.

Noch schwieriger wird es für mich mit der Musik. Die nämlich sei bei einem Video sehr wichtig. Einverstanden bin ich mit der Aussage, dass niemand einfach nur so GEMA-freies Geklimper unter das Video legen soll – für mich auch ein klares No-Go.

Aber ich bin der Ansicht, dass ein gutes, informatives Video gar keine Musik braucht. Sprecher, Interviewpartner und Hintergrund-Töne reichen meiner Ansicht nach aus. Tagesschau-Nachrichten kommen auch ohne Sound aus.

Vielleicht sind das aber zwei verschiedene Stiefel – Image-Filme und informative Videos mit News-Charakter, wie ich sie vorziehe. In das Thema werde ich mich noch weiter hineinknieen.

Ponnath fordert hohe Qualität

Peter Ponnath fordert hohe Qualität für Video. Filme müssen gut ausgeleuchtet sein, die Belichtung muss stimmen. Das Video darf nicht wackeln oder unscharf sein. Der Zuschauer soll Motive gleich erfassen können.

Als Format schlägt er HD vor – wohl dem, der eine 3-CCD-Kamera in HD hat. Doch der Hintergedanke stimmt: Videos wecken Begehrlichkeiten. Hat ein Video im Web Erfolg, soll es vielleicht auch auf DVD oder später auf einem anderen Medium in höchster Qualität gezeigt werden. Da ist es von Vorteil, wenn das Ausgangsmaterial möglichst hoch auflösend ist.

Dennoch denke ich, wird man mit DV auch noch eine gute Weile arbeiten können. Das Format reicht für das Web dicke und liefert DVD-Qualität.

Bildsprache muss hochdeutsch sein. Gut ausgeleuchtet, Motive gleich erfassbar, richtig belichtet, nicht verwackelt nicht unscharf. Gute Nachbearbeitung, also guter Schnitt und (das denke ich mir jetzt dazu) saubere Farbkorrektur und so weiter gehören dazu.

Dramaturgie

Eine idelae Spannungskurve sahen wir auch noch. Wichtig: Am Anfang und Ende des Videos müssen jeweils Höhepunkte sitzen. Dazwischen läuft die Kurve wellenförmig. Ein Ansatz für einen Einstieg wäre, eine Frage zu stellen, die im Film beantwortet wird, etwa “kommen wir alle aus dem All” bei einer Dokumentation.

O-Töne von einem Sprecher führen zu Tälern in der Spannungskurve. “Immer wenn ein Mann im Film anfängt zu sprechen, schalten die Leute weg”, meinte Ponnath. Länger als 20 Sekunden sollte deshalb kein “labernder Kopf” sprechen – außer es handelt sich um einen Fachmann, der zu einem Thema Informationen von sich gibt.

Als maximale Länge gibt Peter Ponnath 90 Sekunden an. Das ist ein sympathischer Wert, der auch meiner Erfahrung entspricht – ich mag es eher noch ein wenig kürzer ;-)

Wichtig sei auch, die Filme nicht zu überladen – eine Message pro Film reiche.

Dritter Teil des Berichts über die Videomarketing-Konferenz in Fürth

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2 Kommentare zu „Videomarketing-Konferenz: Dramaturgie in Online-Video“

  1. [...] Videomarketing-Konferenz: Dramaturgie in Online-Video #vmk Posted on June 10th, 2009 by Martin Dieser Artikel ist umgezogen auf Videomarketing-News. [...]

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